In dieser Woche startet mit der «Zukunft Personal» in Köln Europas größte Fachmesse für Personalmanagement. Schaut man auf das Programm, so fällt der hohe Anteil an Vorträgen auf, die sich mit der Thematik der Personalgewinnung im Internet befassen. Dies unterstreicht den Tenor des letzten Blogbeitrages von Cornel Müller, in dem er den Anbruch einer neuen Ära des elektronischen Arbeitsmarktes prognostiziert.
Vor allem die Ausbreitung sozialer Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Xing stellt Recruiter vor neue Herausforderungen. Denn die Ein-Weg-Kommunikation durch die Veröffentlichung von Stellenanzeigen entwickelt sich verstärkt in eine dialogorientierte Herangehensweise bei der Rekrutierung von Personal. Dies wiederum bietet Bewerbern ganz neue Wege der Jobsuche, denn die Arbeitgeber beginnen sich verstärkt im Netz zu öffnen. War es vorher höchstens bei Job- oder Recruitingmessen möglich, Personalverantwortliche im direkten Gespräch von sich zu überzeugen, so lassen sich diese Gespräche durch Plattformen wie Xing oder LinkedIn ins Internet verlagern.
Auf diese Weise besteht sogar die Möglichkeit, ein Stück weit den «verdeckten Stellenmarkt» zu erschliessen. Also an Stellen zu kommen, die noch nicht ausgeschrieben sind oder gar Stellen zu schaffen, die sich aus dem eigenen, vielfältigen Qualifikationsprofil generieren.
Denn hierin besteht häufig ein Problem der gängigen Jobbörsen: Das Aussterben klassischer, klar zuzuordnender Berufe und die damit einhergehende Entstehung von nicht klar definierbaren Berufsfeldern, führen zu einen Wildwuchs von Berufsbezeichnungen (probieren Sie doch mal den Jobtitel-Banditen aus) und erschweren das Matching.
Dies führt zu dem Ergebnis, dass Arbeitgeber und Bewerber im Internet aneinander vorbei laufen (vgl. hierzu die Studie «Deutschlands beste Jobportale«).
Für den Bewerber erfordert dies letztendlich ein Umdenken: Anstatt sich darauf zu versteifen geeignete Stellen zu finden (die auch hunderte oder tausende anderer Bewerber mit Sicherheit finden werden), bieten sich ihm durch die Entwicklungen des Internets nun Möglichkeiten gefunden zu werden. Dazu darf er sich jedoch nicht ins stille Kämmerlein zurückziehen, sondern muss Spuren hinterlassen um gefunden zu werden. Ein Karrierenetzwerk wie Xing bietet hierfür beste Voraussetzungen, was ich anhand von drei abschließenden Empfehlungen verdeutlichen möchte:
- Versetzen Sie sich bei der Erstellung Ihres Profils in die Lage des Personalers: Welche Suchbegriffe würde er verwenden um ihr Profil zu finden? Verwenden Sie dazu Begriffe aus passenden Stellenanzeigen oder Ihrem letzten Arbeitszeugnis. Erstellen Sie Ihr Profil dabei so transparent und ausführlich wie möglich.
- Melden Sie sich in Xing-Gruppen an, die ihre beruflichen Interessengebiete thematisieren und schreiben Sie Beiträge in Foren. Schauen Sie dabei auf Gruppen, die eine hohe Anzahl an Mitgliedern und Forenbeiträgen haben.
- Nutzen Sie die erweiterte Suchfunktion bei Xing und suchen Sie nach Personen, die in potenziellen Zielunternehmen tätig sind oder Personal suchen, dass Ihrem know-how entspricht. Besuchen Sie deren Profil, wird die Person darüber informiert. Somit können Sie Spuren hinterlassen.
Über diese Tipps hinaus gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie man Arbeitgeber im Internet, über Xing hinaus auf sich aufmerksam machen kann (zu empfehlen dieser Artikel von Jochen Mai), beherzigen Sie jedoch die drei genannten Punkte, gehen Sie die ersten Schritte auf den Weg zu Ihrem nächsten Job.
Gastautor: Martin Salwiczek ist bei der LVQ Weiterbildung GmbH als Projektmanager und Trainer tätig. Zuvor hat er mehrere Jahre im Personalwesen und der Personalberatung gearbeitet und sich auf die Themen Bewerben im Web 2.0 und Personal Branding spezialisiert.