Sie sind überlastet und gestresst? Überstunden gehören zum Alltag. Zeit für Familie, Freunde und Erholung bleibt auf der Strecke. Falsches Zeitmanagement? Irrtum. Selbstmanagement ist die Lösung. Doch was bedeutet ein gutes Selbstmanagement? Welche Kompetenzen brauchen wir dafür und wie beeinflusst es unser Berufsleben?
Ein optimales Zeitmanagement gibt es nicht, denn Zeit kann man nicht managen. Egal wie wir es anstellen, ein Tag wird immer 24 Stunden haben. Der Begriff des Zeitmanagements trifft also nicht den Kern des Problems. Vielmehr müssen wir bei uns selbst ansetzen: Selbstmanagement, so das Schlüsselwort. Dieses greift viel weiter als eine reine zeitliche Organisation. Es bedeutet Selbstverantwortung und Selbstverwirklichung, ist jedoch nicht mit Selbstoptimierung zu verwechseln. Denn ein optimales Selbstmanagement hat nichts mit einer Optimierung unseres Selbst zu tun. Wir müssen nicht alles können, alles machen oder in allem Perfektion erreichen, um glücklich zu sein.
Ein gutes Selbstmanagement schärft unseren Blick auf das Wesentliche und lässt uns die richtigen Prioritäten im entscheidenen Moment setzen. Dies wirkt sich nicht nur auf unseren beruflichen Alltag aus. Denn Zufriedenheit im Job hat unabdingbare Auswirkungen auf unser privates Leben.
Am Anfang des Prozesses stehen die Fragen: „Was will ich?“ und „Wo will ich beruflich hin?“
Ein tiefes Verständnis der eigenen Persönlichkeit ist das A und O für ein effektives Selbstmanagement. Sich bewusst zu sein, was uns aus welchen Gründen motiviert, ist essenziell, um auf ein Ziel hinzuarbeiten. Je mehr wir uns über unsere Bedürfnisse im Klaren sind, desto leichter fällt es, eigene Ziele festzulegen. Zu wissen, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen und wie wir diese einsetzen bzw. damit umgehen können, hilft uns dabei Grenzen und Freiräume zu schaffen.
Selbstmanagement bedeutet also zu wissen, wer wir sind, was wir wollen und was wir brauchen, um selbst gesetzte Ziele zu erreichen. Verantwortung für unser eigenes Handeln zu übernehmen, ist das Ergebnis eines erfolgreichen Selbstmanagements.
Welche Kompetenzen benötigen wir für ein erfolgreiches Selbstmanagement?
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- Flexibel sein: Wir dürfen keine Angst vor Veränderungen haben und sollten uns darauf einstellen, dass sich unser Job ändern kann und wird. Es ist wichtig offen für Neues zu sein, sonst blockieren wir uns selbst.
- Auf unsere Intuition vertrauen: Es kommt immer wieder vor, dass wir vor einer Entscheidung stehen, auch wenn die Entscheidungsgrundlage schwankt und wir nicht wissen, was daraus resultieren wird. Sich trotzdem entscheiden zu können ist wichtig. Und auch wenn sich Entscheidungen später als falsch herausstellen, sollten wir uns keine Vorwürfe machen. Denn eins sollte uns immer bewusst sein: Wir haben zum Zeitpunkt der Entscheidung das gemacht, was uns als das Beste erschien.
- Eigene Werte kennen: Zu wissen, was uns wirklich wichtig ist, ist entscheidend. Denn nur so können wir auch sagen, worauf wir bereit sind zu verzichten und was uns in einem Job unabdingbar erscheint.
- Rat suchen: Ab und an sollten wir unser Berufsleben mit etwas Abstand betrachten und nach Rat suchen. Bestenfalls von einer aussenstehenden Person. Denn wenn uns eine Person zu nahesteht, kann der Blick getrübt sein. So empfinden wir eine Liebesbeziehung als geglückt und merken gar nicht, dass wir uns selbst völlig aufgegeben haben. Etwas auf Distanz zu gehen und sich und sein Leben mal von Aussen zu betrachten, kann helfen eine andere Perspektive zu gewinnen. Dies gilt sowohl für das Privat- als auch für das Berufsleben.
- Lernen wollen: Wer nicht bereit ist, aus Erkenntnissen und Fehlern zu lernen, wird im Berufsleben nicht weit kommen. Alleine zu analysieren, was nötig wäre, reicht nicht. Wir müssen Schlüsse aus unseren Erkenntnissen ziehen, auch wenn dies nicht immer ganz einfach ist und wir ab und an hart mit uns selbst ins Gericht gehen müssen.
- Für Neues offen sein: Jeder ist schon mal gescheitert und jeder wird noch mal scheitern. Es ist wichtig, uns von gewohnten Verhaltensmustern zu befreien und andere Lösungswege einzuschlagen. Dies fällt allen Menschen schwer, denn Denk- und Verhaltensmuster haben wir uns seit Kindheitstagen angewöhnt. Entsprechend schwer lassen sich diese ablegen. Viele Arbeitnehmer wählen daher oftmals lieber einen Job, der ihnen das Gefühl von Sicherheit verschafft, anstatt etwas zu wagen und die Chance zu ergreifen, das eigene berufliche Glück zu finden.
- Zuversicht: Eine positive Einstellung ist eine nicht zu unterschätzende Eigenschaft. Hieran stehen und fallen alle anderen Kompetenzen. Mit einer positiven Einstellung geht Ihnen alles im Leben viel leichter von der Hand.
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Quelle: www.hrtoday.ch; faz.net